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Baby- und Kleinkindersprechstunde

LWL-Klinik Dortmund (Elisabeth-Klinik) richtet Baby- und Kleinkindersprechstunde ein

Frühe Hilfen für besorgte Eltern

 

 

Dortmund (lwl). Die Geburt eines Kindes ist ein freudiges Ereignis. Auch wenn „Schlaf“ für die Eltern in den Wochen und Monaten danach eher zum Fremdwort wird – die Freude über den Familienzuwachs macht leidensfähig und setzt ungeahnte Kraftreserven frei. Was aber, wenn das Kind trotz liebevoller Pflege über einen längeren Zeitraum immer wieder schreit, sich nicht beruhigen lässt, nicht trinken oder schlafen will? Welches Verhalten ist normal und wie können Eltern angemessen reagieren? Erste Hilfe bietet jetzt das Team der Baby- und Kleinkindersprechstunde der Dortmunder Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

„Sogenannte Regulationsstörungen, die das Schreien, die Nahrungsaufnahme oder den Schlafrhythmus betreffen, oder aber auch ängstliches, vermeidendes oder oppositionelles Verhalten von Kleinkindern können - Zeichen für ein körperliches Problem des Kindes sein“, erklärt Medizinerin Justyna Jarzombek. Manchmal liegt die Ursache aber auch auf der Beziehungsebene. „In diesem Fall sprechen wir von einer Interaktions- und Kommunikationsstörung“, so die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Anja-Christine Kopa. Die beiden bilden gemeinsam mit Diplom-Psychologin Uta Sittig das multiprofessionelle Team der Baby- und Kleinkindsprechstunde der LWL-Elisabeth-Klinik.

Gerade in den ersten drei Lebensjahren werden wesentliche Grundlagen für die weitere Entwicklung eines Kindes gelegt. Sie betreffen unter anderem die Fähigkeit zu Beziehung, Bindung, Affektregulation und Konfliktbewältigung. „Es ist wichtig, bei Störungen in dieser Entwicklungsphase frühzeitig einzugreifen, damit ein Defizit in einem oder mehreren Bereichen erst gar nicht entsteht“, so Diplom-Psychologin Uta Sittig. Dabei gehe es nicht darum Eltern zu stigmatisieren, sondern ihnen Ängste zu nehmen und sie so zu beraten, dass sie die Zeit mit ihrem Kind möglichst stress- und sorgenfrei genießen können.

„Im Rahmen dieser speziellen Sprechstunde bieten wir besorgten Eltern eine genaue Diagnostik an, um körperliche Ursachen für das Verhalten ihres Kindes möglichst auszuschließen und gemeinsam Lösungs- und Bewältigungsstrategien auf der Beziehungsebene zu entwickeln“, so Jarzombek. Hierzu werden zum Beispiel mittels Videokamera Kommunikationssequenzen zwischen Eltern und Kind aufgezeichnet. Das Veranschaulichungsverfahren „Ein Prima Bild“ dokumentiert für alle Beteiligten sichtbar die positiven und die kindliche Entwicklung unterstützenden Interaktionen. Mit Hilfe des LWL-Teams lernen die Eltern, welche Voraussetzungen für solche gelungenen Momente des Miteinanders notwendig sind und wie sie zuhause die Bedingungen dafür schaffen können.

 

 

Hintergrund

Die Babysprechstunde findet dienstags von 9.30 Uhr bis 11.00 Uhr in der LWL-Klinik Dortmund –Elisabeth-Klinik, Marsbruchstraße 162a, in 44287 Dortmund statt. Das Behandlungsangebot umfasst mindestens fünf Beratungstermine, in denen gemeinsam mit den Eltern und dem Säugling oder Kleinkind gearbeitet wird. Für ein erstes Gespräch reicht die Versichertenkarte. Die Ambulanz der Klinik ist unter Tel.: 0231/913019-630 zu erreichen.

 

Link zur Babysprechstunde

 

Bild: LWL/Seifert

 

Angehörige vertrauen der Kinder- und Jugendpsychiatrie

 


In der LWL–Klinik Dortmund – Elisabeth-Klinik – im Stadtteil Aplerbeck werden in jedem Jahr mehrere hundert Familien mit psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen behandelt. Doch im Rahmen der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung stehen nicht nur die jeweiligen Patienten im Vordergrund, sondern auch der Einbezug der Familie ist ein wichtiger Aspekt, der eine positive Entwicklung der Patienten oftmals erst ermöglicht.

Daher ist es sinnvoll am Ende der Behandlung nicht nur die Patienten nach ihren Erfahrungen zu befragen, sondern auch die Angehörigen.

Dies geschieht mit Fragebögen, die im Jahr 2015 durch Angehörige über 100 mal ausgefüllt wurden.

Als besondere Stärken der Klinik beschreiben diese, die Freundlichkeit und Ansprechbarkeit der Mitarbeiter, die gute Erreichbarkeit der Klinik und ein großes Vertrauen in die behandelnden Therapeuten.

Diese Rückmeldungen der Angehörigen sind für uns sehr wichtig. Die Kritik ermöglicht uns, gezielte Verbesserungen vorzunehmen und Prozesse zu optimieren.

Denn selbstverständlich gibt es nicht ausschließlich Lob. Viele Eltern wünschen sich, dass der Zeitpunkt der Entlassung noch frühzeitiger bekanntgegeben wird. Natürlich lässt sich unheimlich schwer abschätzen, wie schnell die Therapiefortschritte erreicht werden und selbstverständlich achten Klinik und auch die Krankenkassen darauf, dass keine unnötigen Liegezeiten und damit verbunden auch Kosten entstehen. Klar ist jedoch, dass bei uns schon zu Beginn der Behandlung die Entlassung noch mehr thematisiert werden wird!“ beschreibt Dorothea Rahmann die aktuellen Entwicklungen in der Klinik.

Im letzten Jahr haben sich einige Kinder und Jugendliche bzgl. des Essens beschwert. Da wir in engem Austausch zu unserem Caterer stehen, konnten wir die Werte in diesem Jahr verbessern “ freut sich der Qualitätsbeauftragte Tobias Falke. Er berichtet auch, dass die Angehörigen insgesamt sehr zufrieden mit der Behandlung sind, so dass 3 von 4 Angehörigen angeben, sie würden die Klinik ihren Freunden und Bekannten weiterempfehlen.