

Als Motopädin biete ich in der Elisabeth-Klinik Mototherapie an.
Meine Arbeitsweise ist grundsätzlich ressourcenorientiert angelegt.
Ich schaue genau hin, welche Stärken, Vorlieben und Kompensationsmöglichkeiten ein Kind oder ein Jugendlicher mitbringt, um eine Spielsituation oder seinen Alltag für sich sinnvoll zu meistern.
Ich schaffe Situationen, in denen Kinder und Jugendliche mit Freude spielen können und somit ganz natürlich in die Bewegung kommen. Spiel und Bewegung machen nicht nur Spaß, sondern sind auch ganz natürliche Ausdruckformen eines jeden Menschen.
Ziel der Mototherapie ist es, den Kindern und Jugendlichen durch das Medium Bewegung ein positives und realistisches Selbstkonzept zu vermitteln und sie in ihrer Wahrnehmung, Motorik und in ihren Handlungskompetenzen zu unterstützen.
Die allgemeine Handlungskompetenz setzt sich aus der Ich-, Sozial-, und Materialkompetenz zusammen. Analog dazu gibt es in meinen Gruppentherapien lediglich drei Regeln.
Ich bin gut zu mir.
Ich bin gut zu den Anderen.
Ich bin gut zum Material.
Diese drei Regeln verstehen alle Kinder und Jugendlichen und sie lassen sich individuell ausdifferenzieren, ohne den Blick auf das Gute und Positive zu verlieren.
Zu Beginn einer jeden Stunde in der Gruppentherapie gibt es eine kleine Befindlichkeitsrunde, damit jeder TN mitteilen kann wie es ihm/ihr gerade geht und damit ich weiß, mit welchen emotionalen Vorraussetzungen die Kinder und Jugendlichen gerade da sind. Je nach dem ob es mir angezeigt erscheint oder nicht, frage ich die Kinder und Jugendlichen auch nach ihren Wochenzielen, um diese in meine Stunden aktiv zu integrieren.
Anschließend gibt es eine Phase, in der wir sogenannte „Aufwärmspiele“ spielen. Kinder, die schon sehr angespannt gekommen sind, können sich etwas auspowern und Kinder und Jugendliche, die sehr zurückhaltend und gehemmt sind, werden aktiviert.
Nach diesen Spielen gibt es eine gemeinsame Besprechung, was nun geschieht.
Manchmal stelle ich den Kindern Aufgaben, was sie „bauen“ sollen. Dann müssen sie sich untereinander absprechen, welche Ideen sie haben, wie sie das am Besten umsetzen können und wer vielleicht welchen Part übernimmt.
In anderen Situationen lasse ich auch die Kinder und Jugendlichen selbst entscheiden, was sie nun machen wollen. In diesen Gesprächsrunden üben sie sich im Kontakt mit Anderen. Sie lernen ihre eigenen Wünsche zu äußern, auf die der Anderen Rücksicht zu nehmen und gemeinsam eine Entscheidung zu treffen, mit der alle zufrieden sind.
In der eigentlichen Bau- bzw. Spielphase begegnen die Kinder und Jugendlichen immer wieder kleineren Problemen, Schwierigkeiten und Herausforderungen, denen sie sich stellen und die sie selbst meistern.
Durch meine fragende Haltung begleite ich die Kinder und Jugendlichen darin eigenständig ihre eigenen Lösungen zu finden. Sie erleben sich so als selbstwirksam und kooperativ.
Kinder und Jugendliche werden in meinen Stunden darin unterstützt ihre eigenen Grenzen bewusst zu erleben, sie selbst zu vertreten und die der Anderen zu respektieren.
Manchmal geht es aber auch darum, die selbst erlebten Grenzen zu überschreiten, mutig zu sein und eine ganz neue Erfahrung zu machen, die einen in jedem Falle weiterbringt.
Nach dem Aufräumen, das fester Bestandteil meiner Stunden ist und nicht nur wieder für Struktur und Ordnung des Materials sorgt, finden wir uns wieder im Kreis zusammen und machen eine Abschlussrunde.
Hier wird besprochen, was einem warum gut / schlecht gefallen hat und was ihm/ihr positiv an den Anderen aufgefallen ist.
Wenn das Wochenziel zu Beginn abgefragt wurde, wird hier auch noch mal geschaut, ob das Kind oder der Jugendliche meint, es selbst in dieser Stunde erreicht zu haben, oder was er/sie an welcher Stelle hätte besser machen können, damit das Ziel erreicht worden wäre.
Je nach dem wie reflektiert die Kinder und Jugendlichen sind, mache ich anschließend noch einmal eine kurze Befindlichkeitsrunde. Hier können sie ihre Stimmung und ihren Körper noch einmal ganz bewusst wahrnehmen und einen Vergleich ziehen zum Beginn der Stunde.
In meinen Einzeltherapien geht es vor allem darum, das Körperschema der Kinder und Jugendlichen anzusprechen.
Konkret geht es um ihre Körperwahrnehmung, ihre Körpergrenzen und ihre Körpereinstellung. Viele Angebote aus der Entspannungspädagogik finden hier ihren Platz. Es kann aber auch ganz aktiv zugehen und das Kind oder der Jugendliche hat die Möglichkeit sich mit seinen Emotionen, seinen eigenen Themen oder einem Parcours auseinanderzusetzen.
Dabei stehen der Mototherapie die Rotunde (Aktivitätenraum im Erdgeschoss der Klinik), der Gruppentherapie-/Bewegungstherapieraum (Kellergeschoss), das Trampolin springen und Außensportaktivitäten zur Verfügung.
Als zusätzliches Angebot kann das Psychomotorische Förderzentrum "Fluvium" des
St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrum e. V. zweimal wöchentlich genutzt werden.


